22. Januar 2018

Die Bild am Sonntag berichtet, dass Audi weitere 130.000 Fahrzeuge wegen Abgasmanipulationen zurückrufen muss. Es handelt sich dabei  um die Audi Modelle A4, A5, A6, A7, A8, Q5, SQ5 und Q7 mit der Abgasnorm Euro 6. Das Kraftfahrtbundesamt habe einen zwingenden Rückruf bei V6-TDI Motoren angeordnet. Die Modelle müssen mit einer neuen Software versehen werden. Das Kraftfahrtbundesamt prüfe diese Software. Nach Angaben der Bild am Sonntag handelt es sich um Fahrzeuge, die erst seit Ende 2015 produziert werden, also nach Bekanntwerden des Skandals. Demnach produziert und verkauft Audi weiterhin Dieselautos mit einer verbotenen Software. Dies ist besonders brisant.

 

Das KBA beanstandete eine so genannte Aufrechtstrategie, die nur auf dem Prüfstand aktiv sei und im Straßenbetrieb abgeschaltet werde. Die schadstoffmindernde, schnellem Motor auf Wärmefunktion springt bei diesen Fahrzeugen demnach nahezu nur im Prüfzyklus an. Im realen Verkehr unterbleibt diese Schadstoffminderung dagegen.

Außerdem drohe das KBA mit einem Zulassungsverbot für das Audi A8 Modell, welches bis 2017 produziert wurde. Bei diesem Modell werde soviel Stickoxid ausgestoßen, dass eine Nachrüstung nicht möglich sei.

Es ist ein weiterer Höhepunkt im Abgasskandal. Offensichtlich ist die Manipulation bei Audi noch nicht beendet. Nunmehr soll es sogar so weit gehen, dass es ein Zulassungsverbot für einzelne Fahrzeuge gibt. Für die Geschädigten handelt es sich um eine Katastrophe. Die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, die bundesweit mehr als 5500 Gerichtsverfahren gegen den VW-Konzern führt und damit bundesweit die erfahrensten Kanzlei im Abgasskandal ist, teilt dazu mit: „Die Geschädigten sollten sich dies nicht gefallen lassen und reagieren. Wir haben zwischenzeitlich massenhaft Urteile erstritten. Ein Softwareupdate sollte in keinem Fall hingenommen werden. Uns liegt ein Gutachten vor, welches bestätigt, dass ein manipuliertes Fahrzeug einem Minderwert unterliegt. Damit können die Fahrzeuge zurückgegeben werden. Geschädigte sollten dringend handeln."

In der letzten Zeit haben sich verschiedene Oberlandesgerichte positiv geäußert zu den Ansprüchen der Geschädigten. Diese können ihre Fahrzeuge  zurückgeben und erhalten ihren Kaufpreis zurück. Zuletzt hatte das Oberlandesgericht Hamm in einem Verfahren eine Pressemitteilung herausgegeben, in dem es darauf verweist, dass manipulierte Fahrzeuge mangelhaft sind, dieser Mangel erheblich ist und eine Nachbesserung unzumutbar sei, mit der Folge, dass diese Fahrzeuge ohne Fristsetzung und ohne Softwareupdate zurückgegeben werden können. Hier findet sich der Bericht zu den positiven Entscheidungen.

Es ist bis heute nicht geklärt, welche Auswirkungen eine Softwareveränderung auf die Dauerhaltbarkeit des Motors, den Spritverbrauch sowie auf die Leistung hat. Er stellt sich insbesondere die Frage, warum Audi die Fahrzeuge nicht direkt mit der ordentlichen Software ausgestattet hat, obwohl der Skandal bereits bekannt war. Geschädigte sollten sich daher in keinem Fall auf Experimente mit Updates einlassen, sondern ihr Fahrzeug zurückgeben. Außerdem dürften die Fahrzeuge einem nicht unerheblichen Minderwert unterliegen. Ein solcher ergibt sich nicht nur daraus, dass es erhebliche Diskussionen um Umweltzonen und Fahrverbote gibt, sondern auch daraus, dass die Fahrzeuge manipuliert sind. Geschädigte müssen daher mehr mit massiven Einbußen rechnen. Eine anwaltliche Beratung ist unerlässlich.

Die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH hat bereits erste Klagen bei einem Audi A3 (neueres Modell) und einem Audi Q5 eingereicht. Weitere Klagen für einen Audi A5, Audi A6, Audi A8, Audi Q7 sowie einen Audi SQ5 werden umgehend eingereicht. Diese zielen auf Rückabwicklung des Kaufvertrages.