24. November 2017

Das Landgericht Ulm, 2 O 182/17 hat in einem Urteil (Teilversäumnisurteil) vom 11.09.2017 im VW Abgasskandal einen Händler dazu verurteilt, einem Geschädigten ein mangelfreies fabrikneues typengleiches Ersatzfahrzeug aus der aktuellen Serienproduktion des Herstellers mit identischer technischer Ausstattung wie das manipulierte Fahrzeug VW Passat 2,0 CDI nachzuliefern gegen Rückgabe des manipulierten Fahrzeugs.

Der Kläger erwarb im Mai 2013 einen VW Passat Alltrack. Als er feststellte, dass ein Fahrzeug vom VW Abgasskandal betroffen ist, wandte er sich an seine Rechtsanwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, die für ihn gegenüber dem Händler Ansprüche auf Nachlieferung eines neuen Passat aus der aktuellen Serienproduktion geltend machten, ohne dass eine Nutzungsentschädigung für das alte Fahrzeug geschuldet ist. Nachdem außergerichtlich diese Ansprüche zurückgewiesen wurden, erhob die Kanzlei für den Kläger Klage beim Landgericht Ulm.

Mit Urteil vom 11.09.2017 wurde der Klage im Wesentlichen stattgegeben. Der Händler wurde dazu verurteilt, einen neuen Passat zu liefern. Rechtsanwalt Dr. Ralf Stoll der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, der das Verfahren federführend führt, teilt dazu mit: „Es handelt sich um ein weiteres Urteil im VW Abgasskandal, welches sehr verbraucherfreundlich ist. Insbesondere sieht das Gericht, dass die Nachlieferung eines aktuellen Passat möglich ist und hält die Klage der Klägerpartei für schlüssig. Damit bestätigt sich unsere Auffassung, dass eine Nachlieferung im VW Abgasskandal möglich und durchsetzbar ist."